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Fast vier Stunden verbringen 12- bis 19-Jährige durchschnittlich am Smartphone. Das Gerät ist das Tor zur Welt – und das steht ihnen mit allen Chancen und Risiken sperrangelweit offen. Früher stritten wir über zu viel Fernsehen, heute ist die digitale Welt komplexer.
Hier sind wichtige Ergebnisse der Studie, die Eltern kennen sollten:
1. Der KI-Durchbruch: Künstliche Intelligenz ist im Alltag angekommen. KI-Anwendungen werden nicht mehr nur zum „Rumspielen“ genutzt, sondern sind zum festen Begleiter für Hausaufgaben (74 %) und die Informationssuche (70 %) geworden. Nach Google und weiteren Suchmaschinen ist ChatGPT das am zweithäufigsten Recherche- und Informationstool bei den Jugendlichen. Als vertrauenswürdig werden die KI-generierten Nachrichten jedoch nicht immer eingeschätzt. Sie enthalten häufig Fehler.
2. Die Welt der Apps: WhatsApp ist für Jugendliche besonders wichtig (84 %). Die Beliebtheit von Instagram (33 %), Snapchat (24 %), TikTok (23 %) und YouTube (20 %) liegt hinter WhatsApp.
3. Zwischen Bildschirmzeit und Selbstregulierung: Fast zwei Drittel der Jugendlichen geben an, dass sie sich eigentlich wünschen, weniger Zeit am Handy zu verbringen. Sie spüren den Stress der permanenten Erreichbarkeit, finden aber oft nicht allein den „Aus“-Knopf. Knapp 30 % der Jugendlichen sind morgens noch müde, weil sie nachts zu lange am Handy waren.
4. Risiken im Netz: Immer mehr Kinder und Jugendliche stoßen im Internet auf riskante Inhalte. Laut der aktuellen Studie berichten 67 Prozent der Jugendlichen, im vergangenen Monat Fake News gesehen zu haben. Dieser Trend könnte sich durch KI noch verstärken. Auch die Zahl der Jugendlichen, die ungewollt mit pornographischen und verschwörungstheoretischen Inhalten konfrontiert werden, wächst (28 %).
Wichtige Erkenntnisse für den Alltag
Beziehung statt Bestrafung
Wenn das Smartphone mit an den Esstisch wandert oder die Hausaufgaben im Minutentakt durch Push-Nachrichten unterbrochen werden, liegen die Nerven oft blank. Doch statt strikter Verbote hilft meist nur Beziehungsarbeit statt Bestrafung. Für euer Kind ist das Smartphone kein „Spielzeug“, sondern der soziale Knotenpunkt. Wer offline ist, ist (gefühlt) unsichtbar. Erkennt man diesen Stellenwert an, fällt der Dialog leichter.
Vereinbart klare bildschirmfreie Zeiten für alle Familienmitglieder – zum Beispiel beim Essen oder eine Stunde vor dem Schlafengehen. Nutzt Funktionen wie zum Beispiel „Bildschirmzeit“ (iOS) oder „Family Link“ (Android) nicht als Überwachungstool, sondern als gemeinsame Analyse: „Schau mal, du warst heute drei Stunden auf TikTok – fühlt sich das für dich gut an?“
Medienerziehung ist kein Sprint, sondern ein Marathon: Diese Impulse helfen im Alltag
- Vorbild sein: Kinder spiegeln unser Verhalten. Wenn wir beim Abholen vom Sportverein erst mal eine WhatsApp zu Ende schreiben, bevor wir „Hallo“ sagen, signalisieren wir: Das Display ist wichtiger als das Gegenüber.
- KI gemeinsam entdecken: Da ein Großteil der Jugendlichen KI nutzt, sollten wir wissen, wie sie funktioniert. Lass dir von deinem Kind zeigen, wie es ChatGPT nutzt. Sprecht darüber, dass KI auch mal „flunkert“ – sogenannte Halluzinationen sind falsche oder erfundene Inhalte – und Quellen deshalb kritisch geprüft werden müssen.
- Offline-Inseln schaffen: Ein Verbot erzeugt nur Leere. Diese Leere muss gefüllt werden. Ob gemeinsames Kochen, ein Ausflug in den Wald oder das klassische Brettspiel: Schafft Erlebnisse, die einen höheren „Dopamin-Wert“ haben als das nächste Reel.
Du musst kein Technik-Experte sein, um deine Kinder zu begleiten. Es reicht, wenn du interessiert, informiert und ansprechbar bist.
„SCHAU HIN!“: Der Kompass für den Familienalltag
Die Initiative SCHAU HIN! unterstützt Eltern mit praktischen Tipps und konkreten Hilfestellungen bei der Orientierung im Mediendschungel. Sie ist ein Ratgeber für Eltern und Erziehende zu digitalen Themen von Smartphones bis Streaming und zeigt auf, wie Kinder auf ihrem Weg zu kompetenten Mediennutzern begleitet werden können.
Die Webseite von SCHAU HIN! bietet Eltern, Erziehenden und pädagogischem Fachpersonal aktuelle News aus der Medienwelt sowie Hintergrundwissen zur Medienerziehung. Es können unter anderem Fragen zur Medienerziehung an die SCHAU HIN!-Mediencoaches gestellt und mit dem Medienquiz interaktiv das eigene Wissen getestet werden.
Kooperation mit der AOK Hessen
„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative dreier starker Partner: dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, ZDF sowie der AOK im Rahmen von KJP-Kinder- und Jugendplan des Bundes und GAmM – gutes Aufwachsen mit Medien.
Einen Überblick über alle AOK-Präventionsangebote für Bildungseinrichtungen und Familien finden Sie in der Online-Broschüre „Lernen, was guttut“.
AOK – Die Gesundheitskasse in Hessen
Prävention und Krankengeldmanagement
Nichtbetriebliche Lebenswelten
64520 Groß-Gerau
Telefon: 069 66816 25 0222

